„Coopetition – China als Wettbewerber und Partner“
„Der Drache auf der Überholspur“ oder „die gelbe Gefahr“ sind Schlagzeilen, wie sie einem gegenwärtig begegnen. Zweifellos werden dabei Themen angesprochen, die für uns als angehende WirtschaftsingenieurInnen von großer Relevanz sein werden. Was bedeutet der Aufstieg Chinas zur führenden Wirtschaftsgroßmacht? Inwiefern müssen deutsche Unternehmen auf diese Entwicklung reagieren? Welche Chancen ergeben sich? Welche zukünftigen Entwicklungen sind zu erwarten? Um diese und ähnliche Fragen zu klären, beschlossen wir, unsere Podiumsdiskussion „time TUDiscuss“ unter das Motto „Coopetition – China als Wettbewerber und Partner“ zu stellen. Die genauere Ausarbeitung der Thematik erfolgte mit Prof. Pfohl und Dr. Bode. Wir waren sehr froh, dass wir Herrn Prof. Pfohl für die Moderation gewinnen konnten, ist er doch als Professor am Chinesisch-Deutschen Hochschulkolleg (CDHK) an der Tongji-Universität Shanghai sowie durch seine langjährige Erfahrung als Leiter des Fachgebiets Unternehmensführung die optimale Besetzung für diese Aufgabe.
Nach einer erfolgreichen ersten Auflage im vergangenen Jahr fand die „time TUDiscuss“ im Sommersemester 2011 zum zweiten Mal statt.
Am 17. Mai fanden sich rund 180 Zuhörer im großen Hörsaal des Piloty-Gebäudes ein, um einen interessanten und unterhaltsamen Abend zu erleben. Trotz der kurzfristigen krankheitsbedingten Absage des Vertreters des chinesischen Baumaschinenherstellers SANY, fand sich auf dem Podium eine ausgewogene Mischung aus Unternehmensvertretern und anderen Experten.
Mit Herrn Martin Knoss (Vice President, Gasoline Systems, Sales China, Korea bei Bosch) und Herrn Stefan Bartens (Head of Supply Chain Management / Electric Materials bei BASF) waren deutsche Spitzenunternehmen durch zwei Personen vertreten, die beide schon einige Zeit in China verbracht haben und daher ausgewiesene Experten für den chinesischen Markt sind. Sonja Müller als Head des China Competence Center der IHK Frankfurt Darmstadt berät sowohl chinesische Unternehmen, die sich im Rhein-Main-Gebiet niederlassen wollen, wie auch deutsche Unternehmen, die nach China expandieren wollen, und kennt somit beide Perspektiven sehr gut. Die Unternehmensberatung Struktur Management und Partner, die ganz aktuell eine Studie zum Thema „Wergzeugmaschinenbau in China – Handlungsdruck für deutsche Unternehmen“ veröffentlicht hat, war durch Monika Dussen vertreten. Das Podium komplettierte Herr Michael Hopf, Geschäftsinhaber des Beratungsunternehmens Sino German Consult, die auf die Beratung privater und öffentlicher Institutionen im Zusammenhang mit einem China-Engagement spezialisiert ist.
Nach einer Vorstellung der Hochschulgruppe, übernahm Herr Prof. Pfohl das Wort um die Diskussion zu leiten und zu moderieren. Entsprechend seinem reichhaltigen Wissen zur Thematik gab er einleitend einen umfassenden Überblick, der es allen ermöglichte, der anschließenden Diskussion zu folgen. So wurde die Entwicklung Chinas in den vergangenen Jahrzehnten beleuchtet und die Bedeutung des Landes als wirtschaftliche Großmacht hervorgehoben.
In der anschließenden, etwa einstündigen Diskussion wurde deutlich, dass für alle Anwesenden die Chancen, die sich aus Chinas Entwicklung ergeben, die Risiken deutlich überwiegen, als Bedrohung wird das Land nicht wahrgenommen. Gleichwohl wurde deutlich, dass ein Engagement im fernen Osten auch Probleme mit sich bringen kann, die sowohl rechtlicher wie auch kultureller Natur sein können.
In einer abschließenden Fragerunde wurde den Zuhörern die Möglichkeit gegeben, eigene Fragen an die Diskussionsrunde zu stellen. So mussten die Unternehmensvertreter beispielsweise auch dazu Stellung nehmen, wie sie zur Menschenrechtsproblematik in China stehen.
Nach der Diskussion fand ein Raumwechsel ins benachbarte Athene Bistro statt, in dem die Studenten bei einem Get-together mit den Diskussionsteilnehmern ins Gespräch kommen konnten. Die Unternehmen wurden zusätzlich durch Mitarbeiter aus der Personalabteilung begleitet und konnten in lockerer Atmosphäre bei Fingerfood und Getränken den TUlern ihr Unternehmen näherbringen.
Der große Zuspruch der Studenten und die positiven Rückmeldungen vonseiten der Diskussionsteilnehmer sind Beweis für eine gelungene Veranstaltung, sodass auch in den kommenden Semestern time TUDiscuss eine zentrale Veranstaltung im VWI|ESTIEM-Semesterprogramm sein wird.